Die Etablierung von Kreislaufwirtschaft in der Kultur nimmt immer mehr Fahrt auf. Die Landkarte füllt sich mit Intiativen einzelner Organisationen bis hin zu lokalen und regionalen Verbundprojekten, die sich für die Weiter- und Wiederverwendung von Materialien einsetzen. Bei aller Aufbruchsstimmung ist es dennoch herausfordernd, mit allen relevanten Akteur:innen im Gespräch zu sein, um hilfreiche Synergien zu schaffen.
Beim digitalen SoundingBoard „Institutionsübergreifende Kreislaufwirtschaft“ am 19. Mai 2026 lud die Green Culture Anlaufstelle (GCA) ein, um eine Bestandsaufnahme zu machen und Pionier:innen zusammenzubringen. Ziel war es, den Status Quo der Zusammenarbeit von Materialinitiativen und Kulturakteur:innen anschauen und Ideen zu teilen, wie institutionsübergreifende Strukturen weiterentwickelt werden können.
Es kamen 20 Vertreter:innen von Materialiniativen, Verbundprojekten und Kulturverwaltungen zusammen, um ihre Erfahrungen zu teilen und möglichen Lösungen für Herausforderungen zu finden. Lisa-Sophie Kinne und Leni von Creytz von der GCA leiteten durch das Treffen.
Zu Beginn gab es Einblicke vom Verband Initiativen für Materialkreisläufe (IfM) sowie vom Bündnis Kreislaufprojekte United, vertreten durch Circular.Culture. Beide Vorträge vermittelten einen Überblick dazu, woran die jeweiligen Mitglieder aktuell arbeiten: auf der einen Seite Kulturakteur:innen, die sich mit lokalen Materialiniativen zusammentun, um eigene Materialien zu vermitteln oder passende zu finden. Auf der anderen Seite Kultureinrichtungen, die an einer gemeinsamen Sprache und Struktur arbeiten, um Materialien untereinander zu teilen.
Im anschließenden Austausch wurde voller Tatendrang nach vorne geblickt – Herausforderungen gibt es reichlich aber Lösungen werden bereits erprobt: Bewusstseinsbildung in den Institutionen, mehr Weitsicht in Prozesse bringen, Nachhaltigkeit in die Formalia einschreiben, Lobbyarbeit für neue Rahmenbedingungen, rechtliche Sicherheiten bei Materialweitergabe und auch Vernetzung außerhalb der Branche. Es geht immer weiter, getreu dem Motto: “Let’s keep sharing!”
Ziel der SoundingBoards ist es, zuzuhören, zu lernen und unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen zusammenzuführen, als Grundlage für vertiefende Lernprozesse und zukünftige Kooperationen.


