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Perspektive: Klimafolgenanpassung

28. April 2026

Kli­ma­wan­del, Erd­er­wär­mung – bedeu­tet das, bei uns wird es ein­fach wär­mer? Es fühlt sich fast so an, denn Jahr für Jahr stei­gen die Tem­pe­ra­tu­ren, es gibt mehr hei­ße Tage im Som­mer, weni­ger kal­te Tage im Win­ter. Was genau damit ein­her­geht wur­de beim Per­spek­ti­ven-Auf­takt am 16. April näher beleuch­tet.

Die Kri­se und Pro­ble­ma­tik der kli­ma­ti­schen Ent­wick­lung erklär­te Dr. Tobi­as Kem­per (LANUK NRW) in sei­nem Vor­trag “Kli­ma­wan­del und Wet­ter­ex­tre­me – Her­aus­for­de­rung für die Kul­tur- und Ver­an­stal­tungs­bran­che”. Denn mit stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen extre­me Hit­ze­be­las­tung, Stark­re­gen­er­eig­nis­se und Tro­cken­pe­ri­oden, Kli­ma­zo­nen ver­schie­ben sich. An der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma gibt es über Kurz oder Lang kein Vor­bei­kom­men – doch es gibt bereits Res­sour­cen und Leit­fä­den, an denen sich die Kul­tur ori­en­tie­ren kann.

Dr. Sebas­ti­an Brün­ger von der Kul­tur­stif­tung des Bun­des berich­te­te in sei­nem Vor­trag über das Pilot­pro­jekt “Kli­ma­an­pas­sung in Kul­tur­ein­rich­tun­gen”, wel­ches in Koope­ra­ti­on mit 20 Kul­tur­ein­rich­tun­gen aus ganz Deutsch­land unter­sucht hat, wie die­se sich am bes­ten den Fol­gen der Kli­ma­kri­se anpas­sen kön­nen.

Die Per­spek­ti­ven-Büh­ne am 23. April bot Raum zur Ver­tie­fung mit vier Pra­xis­bei­spie­len, die berich­te­ten, wie sie in ihrem Wir­kungs­feld mit Kli­ma­wan­del­fol­gen umge­hen:

Was bedeutet der Klimawandel für die Kulturbranche?

Zunah­men­de Erd­er­wär­mung und kli­ma­ti­sche Ver­än­de­run­gen bedeu­ten zunächst, dass unvor­her­ge­se­he­ne Belas­tun­gen zuneh­men. Zum einen wird von stei­gen­der Besucher:innenzahl in Muse­en an Hit­ze­ta­gen berich­tet – eine Chan­ce für die Kul­tur. Ande­rer­seits, wer zahlt die stei­gen­den Kos­ten der Kli­ma­an­la­ge bei extre­men Außen­tem­pe­ra­tu­ren? Und wer kei­ne aus­rei­chen­de Kli­ma­an­la­ge hat oder Ver­an­stal­tun­gen im Frei­en orga­ni­sie­ren möch­te muss mit stei­gen­den Ver­si­che­rungs­pau­scha­len, Absa­gen wegen Extrem­wet­ters und einer star­ken gesund­heit­li­chen Belas­tung für die Mit­ar­bei­ten­den rech­nen. Fes­te Kul­tur­ein­rich­tun­gen soll­ten sich vor Schä­den an Gebäu­den und voll­lau­fen­den Kel­lern schüt­zen – doch wer hat nicht sei­ne Ser­ver­räu­me oder Mate­ri­al­la­ger im Kel­ler?

Welche Maßnahmen sind nötig?

Neu­pla­nun­gen machen nur einen gerin­gen Teil der Anpas­sungs­op­tio­nen aus. Dr. Tobi­as Kem­per betont, dass wir Anpas­sun­gen von Stadt­struk­tu­ren brau­chen wie z. B. Frei­flä­chen mit Fokus auf Besucher:innen. Es müs­sen Gebäu­de, Infra­struk­tur und vor allem Mit­ar­bei­ten­de und Besucher:innen geschützt wer­den. In der Dis­kus­si­on wur­den viel­fäl­ti­ge Maß­nah­men dis­ku­tiert, von Dach­be­grü­nung über Flä­chen­ent­sie­ge­lun­gen bis hin zu Nacht­lüf­ten durch den Sicher­heits­dienst, um ange­stau­ter Hit­ze vor­zu­beu­gen.

Konsens ist: Vernetzung ist essenziell!

Bewusst­sein für das The­ma ist nur der Anfang – loka­le Ansprechpartner:innen und Mitstreiter:innen sind eben­so unab­ding­bar. Ken­nen Sie schon die Per­so­nen, die in Ihrer Kom­mu­ne für Kli­ma­wan­del­an­pas­sung zustän­dig sind? Wis­sen Sie, wer sich in Ihrem Umfeld noch für das The­ma ein­setzt? Es gilt gemein­sam stark und pro­ak­tiv vor­an­zu­ge­hen, denn Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung ist eine Quer­schnitts­auf­ga­be und es ist wich­tig, dass alle zustän­di­gen Akteur:innen koope­rie­ren und gemein­sam han­deln.

Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­bil­dung rund um Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung im Kul­tur­be­reich gibt es z. B. bei Culture4Climate im Mai 2026.

Was wird bereits getan?

Auf der Büh­ne zeig­ten unse­re Referent:innen aus der Kul­tur anhand eige­ner Pro­jek­te, wie wir­kungs­vol­le Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung gelin­gen kann:

Eli­sa Comi­na­to – Oran­ge Blos­som Spe­cial Fes­ti­val

Schutz vor Extrem­wet­ter

Das Oran­ge Blos­som Spe­cial Fes­ti­val zeigt, dass Open-Air-Fes­ti­val und Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung Hand in Hand gehen kön­nen – vor allem wenn die Fes­ti­val­lei­tung in der Nach­hal­tig­keits-AG sitzt. Bäu­me und Hit­ze­schutz­räu­me bie­ten Küh­lung und Dächer Schutz vor Regen.

Det­lef Grooß (Ver­tre­tung für Nele Hal­ler)Staats­thea­ter Mann­heim

Ent­sie­ge­lung und Bepflan­zung

Im Staats­thea­ter Mann­heim sieht man aller Vor­aus­sicht nach ab 2028, dass durch Platz- und Fas­sa­den­be­grü­nung auch in der hei­ßes­ten Stadt Deutsch­lands wirk­sam etwas gegen extre­me Hit­ze getan wer­den kann.

Andre­as Pahl – Klas­sik Stif­tung Wei­mar

Anpas­sung an ver­än­der­te Kli­ma­zo­nen

Park­an­la­gen wie die der Klas­sik­stif­tung Wei­mar kämp­fen mit ster­ben­den Bäu­men und Hoch­was­ser­ge­fahr – zei­gen aber, dass neue Arten Platz in den Park­an­la­gen fin­den kön­nen und ein ange­pass­tes Was­ser­ma­nage­ment not­wen­dig wird.

Cord Bru­ne – Lan­des­stel­le für die nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern

Raum­kli­ma beach­ten

In Muse­en kön­nen Samm­lun­gen intel­li­gent in Gebäu­den plat­ziert und Aus­stel­lun­gen nach Kli­ma­be­din­gun­gen in Räu­men sor­tiert wer­den. Außer­dem ist es sehr wich­tig, die Funk­ti­on der Kli­ma­an­la­ge zu über­prü­fen und deren Effi­zi­enz zu opti­mie­ren.

Wir dan­ken unse­ren Referent:innen für den wun­der­vol­len Tief­gang sowie unse­ren zahl­rei­chen Teil­neh­men­den für eure Auf­merk­sam­keit und den span­nen­den Aus­tausch.

Mehr Details sowie Vide­os und Prä­sen­ta­tio­nen der Vor­trä­ge gibt es auf der Web­site der Per­spek­ti­ve. Auch beim Green Cul­tu­re Fes­ti­val 2026 am 9. und 10. Juni in Karls­ru­he wer­den wir uns dem The­ma Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung in Work­shops und Gesprächs­run­den wid­men. Sei­en Sie mit dabei!

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