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Green Culture Festival 2026 in Karlsruhe: Was bleibt?

18. Juni 2026

Rund 400 Teil­neh­men­de, 58 Bei­trä­ge und 122 Mit­wir­ken­de aus 70 Orga­ni­sa­tio­nen: Am 9. und 10. Juni 2026 wur­de das TOLLHAUS Karls­ru­he zum Treff­punkt für alle, die die Zukunft des Kul­tur­be­reichs aktiv mit­ge­stal­ten wol­len. Unter dem Mot­to „Was kommt? Was bleibt? Was geht?“ brach­te das Green Cul­tu­re Fes­ti­val Per­spek­ti­ven aus Kul­tur, Poli­tik, Wis­sen­schaft und Zivil­ge­sell­schaft zusam­men und eröff­ne­te Räu­me für Aus­tausch, Ver­net­zung und gemein­sa­mes Ler­nen.

Wie kön­nen Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen nach­hal­ti­ger, kli­ma­re­si­li­en­ter und zukunfts­fä­hi­ger wer­den? Wel­che Rol­le spielt Kul­tur in Zei­ten von Kli­ma­kri­se, gesell­schaft­li­chen Umbrü­chen und wach­sen­der Unsi­cher­heit? Und wie gelingt es, Ver­än­de­rung nicht nur zu dis­ku­tie­ren, son­dern kon­kret umzu­set­zen?

Mit die­sen Fra­gen beschäf­tig­ten sich die Teil­neh­men­den des Green Cul­tu­re Fes­ti­vals 2026 in Work­shops, Panels, Vor­trä­gen, Pit­ches, Rund­gän­gen und Stamm­ti­schen. Dabei spann­te das Fes­ti­val den Bogen bewusst über Fra­gen der betriebs­öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on hin­aus. Im Mit­tel­punkt stan­den eben­so die gesell­schaft­li­che Rol­le von Kul­tur, Fra­gen der Kri­sen­re­si­li­enz, der demo­kra­ti­schen Teil­ha­be, der Kul­tur­po­li­tik sowie die Her­aus­for­de­run­gen wirk­sa­mer Nach­hal­tig­keits- und Kli­ma­kom­mu­ni­ka­ti­on in beweg­ten Zei­ten.

Von der Klimabilanz bis zur gesellschaftlichen Transformation

Die Band­brei­te der The­men spie­gel­te die Viel­falt der aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen wider. Dis­ku­tiert wur­den unter ande­rem Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung in Kul­tur­ein­rich­tun­gen, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Mobi­li­tät, Kreis­lauf­wirt­schaft in Muse­en, nach­hal­ti­ge Trans­for­ma­ti­on in Thea­tern, Kri­sen­vor­sor­ge und gesell­schaft­li­che Resi­li­enz sowie die Fra­ge, wel­che Nar­ra­ti­ve und Geschich­ten Ori­en­tie­rung in Zei­ten tief­grei­fen­der Ver­än­de­run­gen geben kön­nen.

Dabei stan­den nicht allein Stra­te­gien und Ziel­bil­der im Mit­tel­punkt. Vie­le Bei­trä­ge zeich­ne­ten sich durch einen offe­nen und pra­xis­na­hen Aus­tausch aus. Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen, Initia­ti­ven und Netz­wer­ke teil­ten Erfah­run­gen aus ihrer täg­li­chen Arbeit, berich­te­ten von Erfol­gen, Her­aus­for­de­run­gen und Ziel­kon­flik­ten und dis­ku­tier­ten gemein­sam dar­über, wel­che Ansät­ze sich bewährt haben und wel­che nicht.

Beson­ders deut­lich wur­de dies in For­ma­ten wie dem Rund­gang „Zukunfts­fä­hi­ge Sozio­kul­tur“, bei dem das KFZ Mar­burg, der Schlacht­hof Wies­ba­den und das TOLLHAUS Karls­ru­he kon­kre­te Ein­bli­cke in ihre Arbeit zu Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Mobi­li­tät gaben. Auch Bei­trä­ge zu Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung, nach­hal­ti­gem Muse­ums­ma­nage­ment, Kreis­lauf­wirt­schaft oder den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen in Thea­tern zeig­ten, wie viel­fäl­tig die Wege zu mehr Nach­hal­tig­keit im Kul­tur­be­reich sein kön­nen.

Internationale Perspektiven und neue Allianzen

Das Green Cul­tu­re Fes­ti­val 2026 blick­te zugleich über Deutsch­land hin­aus. Bei­trä­ge aus Öster­reich und der Schweiz eröff­ne­ten neue Per­spek­ti­ven auf nach­hal­ti­ge Kul­tur­ent­wick­lung und mach­ten deut­lich, dass vie­le Her­aus­for­de­run­gen grenz­über­schrei­tend dis­ku­tiert wer­den.
Ob beim “TATEN­brunch” von Vert le Futur aus der Schweiz oder beim Stamm­tisch des öster­rei­chi­schen Netz­werks “NÖTIG – Nach­hal­ti­ge Öster­rei­chi­sche Thea­ter- und Opern­schaf­fen­de in Gemein­schaft”: Immer wie­der ging es um die Fra­ge, wie Wis­sen geteilt, Koope­ra­tio­nen gestärkt und gemein­sa­me Lösun­gen ent­wi­ckelt wer­den kön­nen.

Gera­de die­ser Aus­tausch über insti­tu­tio­nel­le, regio­na­le und natio­na­le Gren­zen hin­weg wur­de von vie­len Teil­neh­men­den als beson­de­rer Mehr­wert des Fes­ti­vals wahr­ge­nom­men.

Neues Pitch-Format stößt auf große Resonanz

Erst­mals setz­te das Green Cul­tu­re Fes­ti­val 2026 ver­stärkt auf kom­pak­te Pitch-For­ma­te. In jeweils 15 Minu­ten prä­sen­tier­ten Orga­ni­sa­tio­nen, Initia­ti­ven und Pro­jek­te ihre Ideen, Erfah­run­gen und Lösungs­an­sät­ze.

Die gro­ße Reso­nanz zeigt, dass das For­mat einen Nerv getrof­fen hat. Die Pit­ches ermög­lich­ten einen schnel­len Über­blick über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Kul­tur­be­reich und eröff­ne­ten zugleich Ein­bli­cke in ein brei­tes Spek­trum von Orga­ni­sa­tio­nen und Per­spek­ti­ven. Von inno­va­ti­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­sät­zen über Kli­ma­schutz­in­stru­men­te bis hin zu Pra­xis­bei­spie­len aus Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen ent­stand so ein viel­fäl­ti­ges Bild der Trans­for­ma­ti­on in Kul­tur und Medi­en.

Begegnung als Voraussetzung für Veränderung

Neben den fach­li­chen Debat­ten bot das Fes­ti­val zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten für per­sön­li­che Begeg­nun­gen. In Work­shops, Stamm­ti­schen, Rund­gän­gen und infor­mel­len Gesprä­chen ent­stan­den neue Kon­tak­te, Koope­ra­tio­nen und Ideen.

Damit bestä­tig­te sich erneut eine zen­tra­le Stär­ke des Green Cul­tu­re Fes­ti­vals: Men­schen zusam­men­zu­brin­gen, die an unter­schied­li­chen Stel­len an der Trans­for­ma­ti­on des Kul­tur­be­reichs arbei­ten. Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ist eine Gemein­schafts­auf­ga­be. Vie­le der drän­gen­den Fra­gen unse­rer Zeit las­sen sich nur gemein­sam beant­wor­ten.

Kultur, Politik und Wissenschaft im Dialog

Auch das Rah­men­pro­gramm setz­te wich­ti­ge Akzen­te. Zur Eröff­nung begrüß­ten Jacob Syl­ves­ter Bila­bel von der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le, Neşe Erik­li, Staats­se­kre­tä­rin im Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, For­schung und Kunst Baden-Würt­tem­berg, und Dr. Domi­ni­ka Szope, Lei­te­rin des Kul­tur­amts Karls­ru­he, die Teil­neh­men­den im TOLLHAUS Karls­ru­he. Musi­ka­lisch beglei­tet wur­de die Ver­an­stal­tung vom Fide­li­tas Quar­tett der Badi­schen Staats­ka­pel­le, die auch Mit­glied der Initia­ti­ve Orches­ter des Wan­dels ist.

Staats­se­kre­tä­rin Neşe Erik­li beton­te: “Die Finan­zie­rung der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le durch die Bun­des­re­gie­rung endet im August 2026. Das bedau­ern wir sehr. Die Län­der haben sich gegen­über dem Bund für eine Fort­füh­rung ein­ge­setzt – lei­der ohne Erfolg. Etwas Wesent­li­ches wird jedoch bestehen blei­ben: das Wis­sen, die ent­stan­de­nen Netz­wer­ke und vor allem die Bereit­schaft vie­ler Men­schen, die­sen Wan­del wei­ter­zu­tra­gen. Struk­tu­ren kön­nen sich ver­än­dern oder weg­fal­len – aber das, was gemein­sam auf­ge­baut wur­de, wirkt wei­ter.” Sie füg­te hin­zu:

“Des­halb ist die­ses Fes­ti­val kein Abschluss, son­dern hof­fent­lich ein wei­te­rer Schritt auf einem gemein­sa­men Weg.” – Staats­se­kre­tä­rin Neşe Erik­li

In sei­nem Video-Gruß­wort wür­dig­te Cars­ten Schnei­der, Bun­des­mi­nis­ter für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit, die Arbeit der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le und all jener, die sich für eine nach­hal­ti­ge­re und zukunfts­fä­hi­ge Kul­tur enga­gie­ren. Zugleich beton­te er die inte­gra­ti­ve Kraft der Kul­tur:

“Bei­de, Umwelt­schutz und Kul­tur, wer­den in einer pola­ri­sier­ten Welt gebraucht. Sie haben die Kraft, den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt zu stär­ken, Zukunfts­the­men zu set­zen und Men­schen zusam­men­zu­brin­gen.”
– Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Cars­ten Schnei­der

Jacob Syl­ves­ter Bila­bel knüpf­te an den letz­ten Punkt an, indem er beton­te, dass Ver­trau­en die zen­tra­le Vor­aus­set­zung für Zusam­men­ar­beit, gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und nach­hal­ti­ge Trans­for­ma­ti­on ist. Ange­sichts von Kri­sen, Pola­ri­sie­rung und einer zuneh­men­den „Öko­no­mie des Miss­trau­ens“ plä­dier­te er dafür, Ambi­gui­tä­ten aus­zu­hal­ten, unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven mit­ein­an­der ins Gespräch zu brin­gen und Kul­tur als Raum der Begeg­nung und Ver­stän­di­gung zu stär­ken.

“Wenn Miss­trau­en zum Geschäfts­mo­dell wird, kann Kul­tur eine wirk­sa­me Medi­zin zur Hei­lung wer­den.”
– Jacob Syl­ves­ter Bila­bel

Den Abschluss bil­de­te das gro­ße Fina­le mit Jacob Syl­ves­ter Bila­bel, der dabei auch eine Bilanz nach drei Jah­ren Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le zog und die Moti­va­ti­on des Pro­jekts wie auch des Fes­ti­vals auf den Punkt brach­te:

“Wir woll­ten eure Köp­fe zum Krib­beln brin­gen, eure Her­zen wär­men und eure Hän­de stär­ken. Wir hof­fen, das ist uns gelun­gen.” – Jacob Syl­ves­ter Bila­bel

Wir bedan­ken uns herz­lich bei allen Bei­tra­gen­den, Partner:innen, Unterstützer:innen und Teil­neh­men­den des Fes­ti­vals, aber auch bei allen, die das Pro­jekt und die The­men der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le unter­stützt, vor­an­ge­trie­ben und in die Welt getra­gen haben. Viel­leicht, auch das hob Jacob Bila­bel zum Schluss her­vor, wird es im kom­men­den Jahr ein Wie­der­se­hen, im Rah­men eines Fes­ti­vals oder eines ande­ren For­mats, geben.

Im Fol­gen­den noch eini­ge Ein­drü­cke vom Fes­ti­val (Fotos: Milan Koch. Bei Ver­wen­dung bit­te immer ange­ben):

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