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Kreislaufwirtschaft: Was kommt, was bleibt, was geht?

26. August 2026
24.03.2025, Kulturmanagement Tagung: "Nachhaltigkeits-Booster für die Kultur - Niedersachsen auf dem Weg vom Wissen zum Handeln". Eine Kooperation zwischen der Bundesakademie für Kulturelle Bildung - Wolfebüttel, der Green Culture Anlaufstelle und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Künstlerhaus Hannover, Sophienstraße. Foto: Helge Krückeberg

Ver­än­de­rung bedeu­tet nicht nur, Neu­es zu ent­wi­ckeln, son­dern auch, Ver­trau­tes los­zu­las­sen. Nach drei Jah­ren Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le fra­gen wir des­halb: Was darf gehen? Gera­de im Bereich Kreis­lauf­wirt­schaft zeigt sich, wel­che Denk­wei­sen und Struk­tu­ren einer nach­hal­ti­gen Zukunft im Weg ste­hen und war­um es Zeit ist, sie hin­ter uns zu las­sen.

Was kommt?

  • Kreis­lauf­wirt­schaft ent­wi­ckelt sich zum stra­te­gi­schen Zukunfts­the­ma. Sie ver­bin­det Nach­hal­tig­keits­zie­le mit wirt­schaft­li­cher Resi­li­enz.
  • Das Akti­ons­pro­gramm zur Natio­na­len Kreis­lauf­wirt­schafts­stra­te­gie und neue EU-Vor­ga­ben wie die Öko­de­sign-Ver­ord­nung (ESPR) sowie Digi­ta­le Pro­dukt­päs­se schaf­fen zuneh­mend ver­bind­li­che Rah­men­be­din­gun­gen.
  • Bran­chen­über­grei­fen­de Koope­ra­tio­nen gewin­nen an Bedeu­tung, um Mate­ri­al­kreis­läu­fe zu schlie­ßen.
  • Zir­ku­lä­res Den­ken beginnt bereits in der Pla­nung: Demon­ta­ge, Lage­rung und Wie­der­ver­wen­dung wer­den von Anfang an mit­ge­dacht.
  • Die 10 R‑Strategien wer­den zuneh­mend krea­tiv und pass­ge­nau auf unter­schied­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­for­men ange­wen­det.
  • Wer Ver­än­de­run­gen ansto­ßen will, braucht belast­ba­re Daten: CO₂- und Kos­ten­ein­spa­run­gen machen die Vor­tei­le zir­ku­lä­ren Wirt­schaf­tens sicht­bar und über­zeu­gend.

Drei Jah­re Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le haben uns gezeigt: Trans­for­ma­ti­on ent­steht sel­ten über Nacht. Aber sie wird sicht­bar, wenn aus ein­zel­nen Pro­jek­ten Struk­tu­ren, aus Pilot­vor­ha­ben Stan­dards und aus enga­gier­ten Einzelakteur:innen star­ke Netz­wer­ke wer­den. Das bleibt aus unse­rer Sicht:

Was bleibt?

  • Die Kul­tur- und Krea­tiv­bran­che ist auf dem Weg – in unter­schied­li­chem Tem­po. Zahl­rei­che Vorreiter:innen zei­gen bereits heu­te, wie Kreis­lauf­wirt­schaft gelin­gen kann.
  • Zir­ku­lä­re Pro­zes­se und Geschäfts­mo­del­le ver­fes­ti­gen sich inner­halb und zwi­schen Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen.
  • Ein wach­sen­des Netz­werk aus über 25 regio­na­len Mate­ri­al­bör­sen und ‑initia­ti­ven (ver­bun­den durch die IfM Initia­ti­ve für Mate­ri­al­kreis­läu­fe) stärkt den Wis­sens­trans­fer und die Wie­der­ver­wen­dung von Mate­ria­li­en.
  • Zahl­rei­che Leit­fä­den, Web­tools und Pra­xis­pro­jek­te unter­stüt­zen die Umset­zung – von Mate­ri­al­wei­ter­ga­be bis hin zu zir­ku­lä­ren Pro­duk­ti­ons­stät­ten. Dar­un­ter die Check­lis­te zur kos­ten­frei­en Wei­ter­ga­be von Mate­ria­li­en (Dezer­nat Kul­tur der Stadt Leip­zig und UNVERZAGT), Circular.Culture (NRW KUL­TUR­se­kre­ta­ri­at, Neue Effi­zi­enz, Thea­ter Bonn und Stadt Köln), Leip­zi­ger Thea­ter­werk­stät­ten der Zukunft (Dezer­nat Kul­tur der Stadt Leip­zig, Oper Leip­zig und För­de­rung Über­mor­gen).
  • Aus­tausch- und Bera­tungs­for­ma­te beglei­ten die­se Ent­wick­lung und för­dern den Wis­sens­trans­fer in die Pra­xis.

Was geht?

  • Linea­re Pro­duk­ti­ons- und Nut­zungs­lo­gi­ken.
  • Die gerin­ge Wert­schät­zung von Mate­ria­li­en und deren Poten­zi­al zur Wie­der­ver­wen­dung.
  • Silo-Den­ken inner­halb und zwi­schen Insti­tu­tio­nen.
  • Die Vor­stel­lung, Kreis­lauf­wirt­schaft beschrän­ke sich auf Müll­tren­nung und Res­sour­cen­scho­nung – tat­säch­lich geht es um Wert­schöp­fung, Mate­ri­al­in­tel­li­genz und neue Geschäfts­mo­del­le.
  • Struk­tu­rel­le Hemm­nis­se wie unkla­re Haf­tungs­fra­gen, feh­len­de Lager­flä­chen oder enge Pro­duk­ti­ons­zy­klen soll­ten schritt­wei­se abge­baut wer­den.
  • Auch regu­la­to­ri­sche Unklar­hei­ten, die zir­ku­lä­re Ansät­ze bis­lang erschwe­ren, müs­sen einer ver­läss­li­chen und prak­ti­ka­blen Umset­zung wei­chen.

Fotos: Hel­ge Krü­cke­berg, Milan Koch

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