Energieeffizienz wird zunehmend zur Frage des intelligenten Betriebs: Wie nutzen wir Gebäude und Technik, wie messen und steuern wir Verbräuche? Und wer übernimmt Verantwortung? Steigende Energiekosten, neue Fördermöglichkeiten und wachsendes Know-how werden den Druck, aber auch die Möglichkeiten zur Veränderung weiter erhöhen.
Was kommt?

- Es entsteht zunehmend ein Verständnis für Klimabilanzierungen, begleitet von besseren Prozessen zur Datensammlung. Zudem nimmt die Data Literacy zu, Daten für Klimabilanzen sauber zu erheben sowie Klimabilanzen besser lesen zu können.
- Der CO₂-Kulturrechner wird jährlich aktualisiert, womit ein bundeseinheitliches und kostenloses Tool zur Verfügung steht. Mit der Weiterentwicklung des Standards zur Version 1.1 wurde die Bilanzierung praxisnah präzisiert. Beim Strom kann nun zusätzlich zum Marktansatz auch der Vertragsansatz ausgewiesen werden, bei PKW-Fahrten lässt sich die Auslastung sowie die Antriebsart angeben, und bei Flugreisen ist eine Differenzierung nach Sitzklasse möglich.
- Ab 2026 werden, soweit verfügbar, Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes verwendet, wodurch die bundesweite Konsistenz weiter gestärkt wird. Die bewährte Gliederung in KBK, KBK+ und Beyond Carbon bleibt erhalten, der Standard orientiert sich weiterhin am international anerkannten Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard.Erste Bundesländer, darunter Baden-Württemberg, machen die Klimabilanzierung für Landeseinrichtungen verpflichtend.
- Immer mehr Daten können helfen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo die Kultur gerade steht. Spoiler: Die Kulturbranche ist gar nicht so schlimm, im Vergleich zu anderen Branchen.
- Was die Green Culture Anlaufstelle sich wünschen würde: In Zukunft Klimabilanzen auf Knopfdruck erstellen zu können, um sich dann wirklich um Maßnahmen kümmern zu können.
Die Grundlagen sind da: gesetzliche Rahmenbedingungen, Strategien, Beratungsangebote und immer mehr praxiserprobte Werkzeuge weisen den Weg. Und Beispiele aus der Kultur zeigen längst, dass Energieeffizienz konkret umsetzbar ist – im Neubau genauso wie im laufenden Betrieb.
Was bleibt?
- Der CO₂-Kulturstandard bleibt als bundeseinheitlicher Standard mit kostenlosem und niedrigschwelligem CO₂-Kulturrechner bestehen, so dass Einrichtungen nicht eigene Emissionsfaktoren oder methodische Grundsatzfragen klären müssen.
- Knapp 340 Einrichtungen haben den KBK Standard im Jahr 2024 genutzt – viele davon wurden veröffentlicht.
- Viele Netzwerke sind etabliert, wie das Elf zu Null Projekt in Hamburg, Köln hoch 3, Green Culture Dortmund und kultur-klima in NRW.

- Ein wachsender Kreis an Menschen mit Know-How rund um Klimabilanzen, die sich untereinander austauschen. Als GCA standen wir mit folgenden im Austausch: KlimAktiv Consulting GmbH & KlimAktiv gGmbH / Stefan Goldbach, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg / Tessa Kazmeier, Theater Dortmund / Mona Rieken, Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Daniel Naumann & Markus Karas, Köln hoch 3 mit Historischen Archiv und Rheinischem Bildarchiv / Dr. Andreas Berger, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen / Christoph S. Neumann, Elf zu Null / Kai Heitmann. Verbunden mit dem Green Culture Festival auch mit: WEGWEISER – Büro für nachhaltige Ideen, Crowd Impact, Museum Folkwang, Breminale, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), PACT Zollverein und Institut für Kulturelle Teilhabeforschung | IKTf.
Klimabilanzen sind kein Selbstzweck. Was wir hinter uns lassen sollten, ist die Vorstellung, dass das Erstellen einer Bilanz bereits nachhaltiges Handeln bedeutet. Entscheidend ist, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, Maßnahmen abzuleiten und Fortschritte über die Zeit sichtbar zu machen – nicht möglichst perfekte Zahlen zu produzieren.
Was geht?

- Zu hoher Zeitaufwand für die Datenauswertung: Daten helfen nur zu verstehen wie der Status Quo ist, umso wichtiger sind die abgeleiteten Maßnahmen.
- CO₂-Rechner sollten vergleichbare Ergebnisse liefern und statt für Verwirrung zu sorgen, eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen schaffen.
- Sorge der Vergleichbarkeit: Bilanzen für die eigenen Maßnahmen nutzen und mit sich selbst über die Jahre vergleichen anstatt sie schönzureden.
- Klimabilanzen müssen nicht kompliziert sein und erst recht nicht von allen umgesetzt werden. Aber da, wo es sinnvoll ist, sollten Klimabilanzen in regelmäßigen Abständen erstellt werden, um Fortschritte zu messen und Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
Fotos: Helge Krückeberg, GCA
