Die Veranstaltung in Kassel wurde initiiert von der Green Culture Anlaufstelle und der documenta, um zentrale Fragen der Nachhaltigkeit im Kontext von Kultur- und Großveranstaltungen zu beleuchten. Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen, von Zwischennutzung und adaptiver Nachnutzung bis hin zu Mobilität, Ressourcenmanagement und Besuchendenströmen. Zudem wurden bestehende Modelle und praktische Erfahrungen zur nachhaltigen Transformation von Räumen diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Wechselwirkungen zwischen Stadt und Kultur, insbesondere hinsichtlich Governance, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung. Ziel war es, Mechanismen, Potenziale und Hemmnisse einer zukunftsfähigen, ressourcenschonenden Veranstaltungs- und Stadtentwicklung aufzuzeigen. In kleiner Runde, aber mit großer inhaltlicher Tiefe kamen 15 Vertreter:innen zusammen, um Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven auszutauschen. Moderiert wurde das Treffen von Jacob Bilabel.
Einen Impuls lieferte Samuel Korn (Uni Kassel) zum Thema Stadt im Wandel: Umnutzungen der documenta zwischen Narrativ und Transformation. Alle fünf Jahre nutzt die documenta neben etablierten Ausstellungsorten auch Leerstände und bislang unzugängliche Räume, die als bedeutend geladene Schauplätze inhaltlich wirksam werden. Die Geschichte dieser Gebäude wird Teil des kuratorischen Designs und lässt Problemimmobilien temporär als Möglichkeitsräume erscheinen. Anhand eines historischen Überblicks betrachtet der Vortrag, wie der Bestand der Stadt selbst zur Form der Ausstellung geworden ist. Zudem wird mit einer typologischen Einordnung skizziert, warum dauerhafte Umnutzungen trotz öffentlicher Aufmerksamkeit die Ausnahme bleiben und unter welchen strukturellen Bedingungen aus narrativer Aktivierung tatsächlich urbane Transformation entstehen kann.
Ziel der SoundingBoards ist es, zuzuhören, zu lernen und unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen zusammenzuführen, als Grundlage für vertiefende Lernprozesse und zukünftige Kooperationen.
Wir danken allen Teilnehmer:innen sowie der documenta und Samuel Korn für ihre wertvollen Impulse.

Foto: Vanessa Ostner
