Ein bisschen spielen wir noch Tetris.
Aber frei nach Norbert Blüm können wir jetzt schon sagen: Die meisten Programmpunkte des Green Culture Festivals 2026 sind sicher.
Und das in einer Zeit, in der sich die Fragen nach Zukunftsfähigkeit, Resilienz und gesellschaftlichem Zusammenhalt dringlicher stellen denn je. Polykrisen, Klimawandel, geopolitische Verwerfungen: All das bildet den Hintergrund, vor dem auch Kulturinstitutionen und Kulturpolitik neue Rollen finden müssen.
Wir freuen uns, Ihnen Programmschwerpunkte und erste Schlaglichter präsentieren zu können.
Exnovation & Resilienz
Ist das noch zukunftsfähig oder kann das weg?
Exnovation und Resilienz sind oft schmerzhafte Themen, denen wir – nicht zuletzt aus aktuellem Anlass – auf dem Festival viel Raum geben.
Im Panel „Vom konstruktiven Loslassen. Von Exnovation bis Trauerarbeit“ sprechen u.a. der Bestatter, Podcaster und Bestseller-Autor Eric Wrede und der Regisseur Michael Schwarz („Der Tod ist ein Arschloch“) über Exnovation als Loslassen alter Narrative und Trauer als Transformationsprozess.



Annika Fricke vom Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel am Karlsruher Institut für Technologie fragt, wie man sich am besten auf das Loslassen einlässt. Die Künstlerin Sidika Kordes lädt dazu ein, Visualisierungen als wirkungsvolles Mittel der Transformationsbewältigung zu nutzen, und die Karlsruhe Marketing und Event GmbH richtet einen Workshop zur resilienten Veranstaltung der Zukunft aus.
Und natürlich haben auch die Absolvent:innen der IHK-zertifizierten Weiterbildung “Transformationsmanager:in Nachaltige Kultur” Gelegenheit, sich ausführlich zu diesen und weiteren Themen auszutauschen, z.B. beim Transformery-Stammtisch und in einem Workshop von kultur-klima.
Politik & Internationales
Die Klimakrise ist eine globale Krise. Deshalb schauen wir bei diesem Festival einmal mehr über den Tellerrand, sprich über die deutschen Grenzen hinaus.
Friederike Kamm von der Deutschen UNESCO-Kommission erörtert gemeinsam mit Teilnehmenden die Frage nach der Rolle der Kultur in der zukünftigen UN-Nachhaltigkeitsagenda und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand bei der Umsetzung der Sustainable Development Goals.


Kirsten Müller von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein erklärt, welche Impulse Kultur und Kreativwirtschaft für kommunale Kreislaufwirtschaftsprojekte geben können, und stellt in diesem Zusammenhang das Projekt Creative Circular Cities vor, an dem mehrere Städte in Osteuropa und Skandinavien beteiligt waren.
Barbara Neundlinger (Österreichische Bundestheater Holding / Burgtheater Wien) stellt das Netzwerk NÖTIG – Nachhaltige Österreichische Theater- und Opernschaffende in Gemeinschaft vor. Laura Giudici und Stefanie Günther Pizarro von Vert le Futur – Allianz nachhaltige Kultur geben Einblicke in Nachhaltigkeitsinitiativen und ‑projekte in der Schweiz, und ein Panel beleuchtet die Situation in Ost- und Mitteleuropa.
Ein weiteres Panel, u. a. mit Małgorzata Ławrowska-von Thadden (OBMIN) richtet den Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine und die Frage, welche Rolle Kultur für die Resilienz von Gesellschaften in akuten Krisen wie etwa Kriegen spielen kann.
Außerdem werden Studierende der Central European University in Wien ihre nachhaltigkeitsbezogenen Projekte auf unserem Sonnendeck vorstellen.
Klimafolgenanpassung und Readiness
Der Klimawandel wartet nicht, bis wir endlich so weit sind.
Deshalb spielt die Anpassung an bereits spürbare und kommende Folgen auf dem Festival eine zentrale Rolle.
Dr. Sebastian Brünger von der Kulturstiftung des Bundes und Vera Engelmann vom Zentrum Klimaanpassung / adelphi consult beleuchten Schnittstellen und Synergien zwischen Kultur und kommunaler Klimaanpassung.


Stefanie Dowidat von der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg und Vera Engelmann sprechen zudem über das gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik IPB initiierte Pilotprojekt „Fit für die Zukunft! Klimafolgenanpassung in Museen“ und den daraus hervorgegangenen Leitfaden.
Auf dem Panel zum Thema „Readiness“ wird der Bogen noch weiter gespannt: Die Autorin Mirna Funk, der Reserveoffizier und Kommunikationsexperten Christian Gummig (Deutschland macht Alarm), Shahab Sangestan (Landesstelle für Museen Baden-Württemberg) und Moderator Tobias Rapp (DER SPIEGEL) und sprechen darüber, wie sich Kulturinstitutionen in Zeiten der Polykrise auf das Schlimmste vorbereiten können.
Kreislaufwirtschaft
Circularity ist das Gebot der Stunde. Beweis: die Vielzahl der Beiträge auf dem #gcf26.
Unter anderem mit dabei: Anna Haas vom Netzwerk Nachhaltige Kultur Karlsruhe, das mit bereits 12 Institutionen und weiteren potenziellen Akteur:innen ein regionales Projekt zu Materialkreisläufen initiiert.
Peter Scheinkönig von der Staatsgalerie Stuttgart wird über Best Practices sprechen, Andrea Hensel (Dezernat Kultur der Stadt Leipzig) und Sophia Kontos (Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden) stellen etablierte Materialkreisläufe in Leipzig und Dresden vor.
Zudem gibt es einen großen Workshop zum Thema “Kreislaufwirtschaft United” mit Lucca Alina Meinke (NRW KULTURsekretariat), Karen Meyer (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss), Caroline Markiewicz (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg), Hannah Koritko (MuseumLoop), Aurelia Weritz (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) u. a.

Energieeffizienz
Alles andere als ein Wohlfühlthema und heute so aktuell wie nie zuvor.
Wie Theater und Soziokultur damit umgehen, zeigen Daniel Geiger vom TOLLHAUS Karlsruhe und Christian Corth vom Kultur- und Freizeitzentrum Marburg.

Deutschlands erster und bisher einziger Theaterenergieeffizienz-ingenieur Julian Firges vom Staatstheater Kassel teilt seine Erfahrungen und gibt Einblicke in Chancen und Möglichkeiten für Theater und andere Kulturinstitutionen, mit den stark gestiegenen Energiekosten umzugehen.
Kulturverwaltung
Kann eine Kulturverwaltung nachhaltig, divers und lernfähig werden?
Alissa Krusch sagt ja und gibt in einem interaktiven Workshop Einblicke in den umfassenden Transformationsprozess des Kulturforums Witten.
Weitere Beiträge zur Rolle der Verwaltung in der ökologischen Transformation und Innovation kommen von Lina-Marie Huber aus Bremen, Andrea Hensel vom Referat Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig sowie Sophia Kontos vom Amt für Kultur und Denkmalschutz Landeshauptstadt Dresden.
Weiterhin werde Martin Klingst, Geschäftsführer der Initiative für einen handlungsfähigen Staat an der Hertie School in Berlin, und weitere Gäste darüber diskutieren, wie Kommunen handlungsfähiger werden können.
Medien & Nachhaltigkeitskommunikation
Ist Nachhaltigkeit als Medienthema durch? Mitnichten.


Das zeigen Carina Frey und Rainer Kurlemann vom Journalistenkollektiv RiffReporter mit ihrem Bürgerdialog-Format „Unterhausdebatte“, das sie bereits vielfach in ganz Deutschland durchgeführt haben. Ihre Erfahrung zeigt: Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen die Menschen noch immer. Umso wichtiger ist es, in die Gesellschaft hineinzuhorchen und Positionen sowie Meinungen reflektiert und differenziert medial zu spiegeln.
Auch Katja Morgenthaler vom atmo Magazin und Mara Gerstner von Schrödinger & Katze widmen sich der Frage, wie Nachhaltigkeitsthemen heute in den Medien – aber auch innerhalb des eigenen Wirkungsrahmens von Kulturinstitutionen – wirksam kommuniziert werden können.
Weitere Themen
Daneben wird es auch auf diesem Festival wieder Beiträge zum Handabdruck der Kultur geben, also der Frage, wie Kultur über die Reduktion des eigenen Fußabdrucks hinaus in die Gesellschaft hineinwirken kann, um Transformation zu ermöglichen und voranzubringen.
Andere Beiträge werden sich weiteren Kernthemen der ökologischen Transformation im Kulturbereich, wie etwa Publikumsmobilität, Klimabilanzierung- und Zertifizierung sowie dem Komplex Kultur & Natur widmen. Die Frage, welche Rolle Nachhaltigkeitsthemen in der Hochschulbildung für Kunst und Kulturberufe spielen, wird von Michaela Schorpp von der Hochschule für Musik Karlsruhe diskutiert.
Rahmenprogramm

Das Rahmenprogramm wird auch in diesem Jahr wieder von der Moderatorin und Transformationsmanagerin Mona Rieken moderiert.
Hier werden die Transformationspsychologin Dr. Irina Nalis, Vertreter:innen der Landespolitik in Baden-Württemberg und natürlich Jacob Bilabel, Leiter der Green Culture Anlaufstelle, inhaltliche Impulse setzen.
Das sind nur einige Einblicke und ausgewählte Schlaglichter des aus über 60 Beiträgen von etwa 100 Beitragenden bestehenden Festivalprogramms. Eine vorläufige Liste der auf dem Festival vertretenen Institutionen und Organisationen finden Sie unten.
Das vollständige Programm wird am 7. Mai online sein.
