Im Rahmen unseres Formats „Dialoge“ waren wir am 21. Januar 2026 zu Gast bei der documenta in Kassel. In einem offenen und vertrauensvollen Gespräch tauschten wir uns über laufende Nachhaltigkeitsaktivitäten, bestehende Herausforderungen und mögliche nächste Schritte aus. Im Mittelpunkt stand der gemeinsame Blick auf Prozesse, Erfahrungen und Perspektiven.
Die documenta zählt zu den weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Seit 1955 findet sie alle fünf Jahre in Kassel statt und bringt internationale künstlerische Positionen, gesellschaftliche Debatten und neue Perspektiven zusammen. Als Institution wirkt die documenta weit über die Ausstellungszeit hinaus in die Stadtgesellschaft, in internationale Diskurse und in aktuelle Fragen von Verantwortung, Teilhabe und Zukunftsgestaltung hinein. Mit jeder Ausgabe wird sie neu gedacht und organisiert. Bei diesem Prozess gewinnen auch Fragen von Nachhaltigkeit, Ressourcennutzung und institutionellem Lernen zunehmend an Bedeutung.
Für die Green Culture Anlaufstelle nahmen Jacob Bilabel, Stella Coersmeier und Melinda Weidenmüller teil. Seitens der documenta waren Prof. Dr. Andreas Hoffmann, Geschäftsführer der documenta und des Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Robert Peper, Abteilungsleiter Organisationales Lernen, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Antidiskriminierung, Martin Fokken, Leiter der Abteilung Produktion und Technik, sowie Larissa Hüttenhein, stellvertretende Leiterin der Abteilung Produktion und Technik, beteiligt. Die Atmosphäre war geprägt von Offenheit, gegenseitigem Interesse und dem Wunsch, voneinander zu lernen.
Deutlich wurde, dass Nachhaltigkeit bei der documenta kein neues Thema ist. Bereits bei der documenta fifteen wurden zahlreiche Ansätze erprobt, etwa im Bereich von Materialkreisläufen, Wiederverwendung und Befragungen des Publikums zu Nachhaltigkeit. Aktuell werden diese Erfahrungen geprüft, weiterentwickelt und als Grundlage für kommende Ausgaben genutzt.
Die documenta als “ein- und ausatmende Institution” – Prof. Dr. Andreas Hoffmann
Besonders prägend war das Bild der documenta als „ein- und ausatmende Institution“, das Geschäftsführer Andreas Hoffmann beschrieb. In den Jahren zwischen den Ausstellungen wächst die Organisation stark an und fährt danach wieder herunter. Genau in diesem Rhythmus werden auch Nachhaltigkeitsstrategien immer wieder überprüft, angepasst und neu definiert.
Dieser bewusste, zyklische Prozess spiegelt sich auch im Leitthema des Green Culture Festivals 2026 „Durchatmen. Was kommt, was bleibt, was geht?“ wieder. Das Festival lädt dazu ein, bewusst innezuhalten, kurz Luft zu holen und eine klare Bestandsaufnahme vorzunehmen. So können wir gemeinsam erkunden, welche Ideen und Strukturen wir weitertragen, welche wir stärken und was wir vielleicht hinter uns lassen – kurz: wie Kultur zwischen Innovation, Resilienz und Exnovation zukunftsfähig gestaltet werden kann.
„Ziele geben die Richtung vor, Maßnahmen bringen Veränderung. Entscheidend ist, mit den vorhandenen Mitteln das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und Nachhaltigkeit konsequent mitzudenken.” – Jacob Bilabel, Leiter der Green Culture Anlaufstelle
Der Dialog machte deutlich, wie wertvoll solche geschützten Räume für Austausch und Reflexion sind. Er zeigte zugleich, wie eng Nachhaltigkeit mit organisatorischen Zyklen, Ressourcenfragen und institutionellem Lernen verknüpft ist. Das Bild des Ein- und Ausatmens passt damit nicht nur zur Arbeitsweise der documenta, sondern auch zu unserem Festival-Leitthema „Durchatmen. Was kommt, was bleibt, was geht?“.
Der Austausch ist nicht abgeschlossen. Aktuell prüfen wir gemeinsam mögliche Anschlussformate, unter anderem ein SoundingBoard zu (Kunst-)Großveranstaltungen, das voraussichtlich im April stattfinden wird. Weitere Informationen dazu veröffentlichen wir zu gegebener Zeit auf unserer Website und über unsere Social-Media-Kanäle. Wer frühzeitig informiert sein möchte, abonniert am besten unseren Newsletter.
