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Klimabilanzierung: Was kommt, was bleibt, was geht?

26. August 2026

Ener­gie­ef­fi­zi­enz wird zuneh­mend zur Fra­ge des intel­li­gen­ten Betriebs: Wie nut­zen wir Gebäu­de und Tech­nik, wie mes­sen und steu­ern wir Ver­bräu­che? Und wer über­nimmt Ver­ant­wor­tung? Stei­gen­de Ener­gie­kos­ten, neue För­der­mög­lich­kei­ten und wach­sen­des Know-how wer­den den Druck, aber auch die Mög­lich­kei­ten zur Ver­än­de­rung wei­ter erhö­hen.

Was kommt?

  • Es ent­steht zuneh­mend ein Ver­ständ­nis für Kli­ma­bi­lan­zie­run­gen, beglei­tet von bes­se­ren Pro­zes­sen zur Daten­samm­lung. Zudem nimmt die Data Liter­acy zu, Daten für Kli­ma­bi­lan­zen sau­ber zu erhe­ben sowie Kli­ma­bi­lan­zen bes­ser lesen zu kön­nen.
  • Der CO₂-Kul­tur­rech­ner wird jähr­lich aktua­li­siert, womit ein bun­des­ein­heit­li­ches und kos­ten­lo­ses Tool zur Ver­fü­gung steht. Mit der Wei­ter­ent­wick­lung des Stan­dards zur Ver­si­on 1.1 wur­de die Bilan­zie­rung pra­xis­nah prä­zi­siert. Beim Strom kann nun zusätz­lich zum Markt­an­satz auch der Ver­trags­an­satz aus­ge­wie­sen wer­den, bei PKW-Fahr­ten lässt sich die Aus­las­tung sowie die Antriebs­art ange­ben, und bei Flug­rei­sen ist eine Dif­fe­ren­zie­rung nach Sitz­klas­se mög­lich.
  • Ab 2026 wer­den, soweit ver­füg­bar, Emis­si­ons­fak­to­ren des Umwelt­bun­des­am­tes ver­wen­det, wodurch die bun­des­wei­te Kon­sis­tenz wei­ter gestärkt wird. Die bewähr­te Glie­de­rung in KBK, KBK+ und Bey­ond Car­bon bleibt erhal­ten, der Stan­dard ori­en­tiert sich wei­ter­hin am inter­na­tio­nal aner­kann­ten Green­house Gas Pro­to­col Cor­po­ra­te Standard.Erste Bun­des­län­der, dar­un­ter Baden-Würt­tem­berg, machen die Kli­ma­bi­lan­zie­rung für Lan­des­ein­rich­tun­gen ver­pflich­tend. 
  • Immer mehr Daten kön­nen hel­fen, ein Gefühl dafür zu ent­wi­ckeln, wo die Kul­tur gera­de steht. Spoi­ler: Die Kul­tur­bran­che ist gar nicht so schlimm, im Ver­gleich zu ande­ren Bran­chen.
  • Was die Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le sich wün­schen wür­de: In Zukunft Kli­ma­bi­lan­zen auf Knopf­druck erstel­len zu kön­nen, um sich dann wirk­lich um Maß­nah­men küm­mern zu kön­nen.

Die Grund­la­gen sind da: gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, Stra­te­gien, Bera­tungs­an­ge­bo­te und immer mehr pra­xis­er­prob­te Werk­zeu­ge wei­sen den Weg. Und Bei­spie­le aus der Kul­tur zei­gen längst, dass Ener­gie­ef­fi­zi­enz kon­kret umsetz­bar ist – im Neu­bau genau­so wie im lau­fen­den Betrieb.

Was bleibt?

  • Der CO₂-Kul­tur­stan­dard bleibt als bun­des­ein­heit­li­cher Stan­dard mit kos­ten­lo­sem und nied­rig­schwel­li­gem CO₂-Kul­tur­rech­ner bestehen, so dass Ein­rich­tun­gen nicht eige­ne Emis­si­ons­fak­to­ren oder metho­di­sche Grund­satz­fra­gen klä­ren müs­sen.
  • Knapp 340 Ein­rich­tun­gen haben den KBK Stan­dard im Jahr 2024 genutzt – vie­le davon wur­den ver­öf­fent­licht.
  • Vie­le Netz­wer­ke sind eta­bliert, wie das Elf zu Null Pro­jekt in Ham­burg, Köln hoch 3, Green Cul­tu­re Dort­mund und kul­tur-kli­ma in NRW.

Kli­ma­bi­lan­zen sind kein Selbst­zweck. Was wir hin­ter uns las­sen soll­ten, ist die Vor­stel­lung, dass das Erstel­len einer Bilanz bereits nach­hal­ti­ges Han­deln bedeu­tet. Ent­schei­dend ist, die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se zu nut­zen, Maß­nah­men abzu­lei­ten und Fort­schrit­te über die Zeit sicht­bar zu machen – nicht mög­lichst per­fek­te Zah­len zu pro­du­zie­ren.

Was geht?

  • Zu hoher Zeit­auf­wand für die Daten­aus­wer­tung: Daten hel­fen nur zu ver­ste­hen wie der Sta­tus Quo ist, umso wich­ti­ger sind die abge­lei­te­ten Maß­nah­men.
  • CO₂-Rech­ner soll­ten ver­gleich­ba­re Ergeb­nis­se lie­fern und statt für Ver­wir­rung zu sor­gen, eine ver­läss­li­che Grund­la­ge für Ent­schei­dun­gen schaf­fen.
  • Sor­ge der Ver­gleich­bar­keit: Bilan­zen für die eige­nen Maß­nah­men nut­zen und mit sich selbst über die Jah­re ver­glei­chen anstatt sie schön­zu­re­den.

  • Kli­ma­bi­lan­zen müs­sen nicht kom­pli­ziert sein und erst recht nicht von allen umge­setzt wer­den. Aber da, wo es sinn­voll ist, soll­ten Kli­ma­bi­lan­zen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den erstellt wer­den, um Fort­schrit­te zu mes­sen und Maß­nah­men gezielt wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Fotos: Hel­ge Krü­cke­berg, GCA

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