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Future the Scene

28. April 2026

Nachhaltige Veranstaltungen im öffentlichen Raum brauchen Austausch, Struktur und gemeinsame Verantwortung

Wie las­sen sich gro­ße Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum nach­hal­ti­ger, siche­rer und zugleich sozi­al ver­träg­lich gestal­ten? Mit die­ser Fra­ge beschäf­tig­te sich am 21. April 2026 unser digi­ta­les Kick-off-Event „Future the Sce­ne: Nach­hal­ti­ge (Groß-)Veranstaltungen im öffent­li­chen Raum“. Gemein­sam mit dem Netz­werk Green EventsDr. Bir­te Jung und Johann Bas­ko star­te­te die Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le damit den Auf­takt für ein bun­des­wei­tes Aus­tausch- und Ver­net­zungs­for­mat für Akteur:innen aus Kom­mu­nen, Ver­an­stal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on, Zivil­ge­sell­schaft und Pri­vat­wirt­schaft.

Der öffent­li­che Raum ist dabei weit mehr als blo­ße Ver­an­stal­tungs­flä­che: Er ist Gemein­gut, Auf­ent­halts­ort, Ver­bin­dungs­raum und Mög­lich­keits­raum zugleich.

Ver­an­stal­tun­gen kön­nen hier sozia­le Begeg­nung ermög­li­chen, Nach­hal­tig­keit sicht­bar machen und Impul­se für eine zukunfts­fä­hi­ge Stadt­ent­wick­lung set­zen. Gleich­zei­tig ent­ste­hen gera­de im öffent­li­chen Raum beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Etwa durch hohe Nut­zungs­dich­te, begrenz­te Flä­chen, unein­heit­li­che Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren, öko­lo­gi­sche Belas­tun­gen, Lärm­schutz, Mobi­li­täts­fra­gen oder stei­gen­de Anfor­de­run­gen an Sicher­heit und Bar­rie­re­frei­heit.

In der Ein­füh­rung wur­de deut­lich: Eine frei­raum­ver­träg­li­che Ver­an­stal­tung muss öffent­li­che Zugäng­lich­keit, Gemein­wohl, öko­lo­gi­sche Belas­tungs­gren­zen und nach­hal­ti­ge Durch­füh­rung zusam­men­den­ken. 

Nach der Begrü­ßung und ers­ten Inputs durch Dr. Bir­te Jung gab Johann Bas­ko Ein­bli­cke in das Modell „Trans­for­me­ry in Resi­dence“ am Bei­spiel des Bür­ger­fests in Regens­burg. Im Mit­tel­punkt stand die Fra­ge, wie Nach­hal­tig­keits­kom­pe­tenz kon­kret in kom­mu­na­le Ver­an­stal­tungs­pro­zes­se ein­ge­bun­den wer­den kann – dia­log­ba­siert, kol­la­bo­ra­tiv und mit Blick auf die jewei­li­ge Eigen­lo­gik einer Stadt. Der Impuls mach­te deut­lich: Trans­for­ma­ti­on gelingt dort beson­ders gut, wo Ver­bind­lich­keit, Auf­merk­sam­keit, kon­kre­te Maß­nah­men und über­re­gio­na­le Ver­net­zung zusam­men­kom­men. Oder: Ver­an­stal­tun­gen wer­den ent­we­der Teil der Trans­for­ma­ti­on – oder Teil des Pro­blems. 

Im Anschluss zeig­te das Netz­werk Green Events Per­spek­ti­ven auf Son­der­nut­zun­gen, För­der­kri­te­ri­en und kom­mu­na­le Eigen­ver­an­stal­tun­gen. Dabei wur­de sicht­bar, dass bestehen­de Steue­rungs­in­stru­men­te – etwa Auf­la­gen, För­der­pro­gram­me, kom­mu­na­le Beschaf­fung oder Berichts­pflich­ten – stär­ker genutzt wer­den könn­ten, um nach­hal­ti­ge Stan­dards in der Ver­an­stal­tungs­bran­che zu ver­an­kern. Zugleich bleibt die prak­ti­sche Umset­zung oft anspruchs­voll: Nach­hal­tig­keits­an­for­de­run­gen müs­sen kon­kret, über­prüf­bar und für Ver­an­stal­ten­de umsetz­bar for­mu­liert wer­den. 

Eine frei­raum­ver­träg­li­che Ver­an­stal­tung muss öffent­li­che Zugäng­lich­keit, Gemein­wohl, öko­lo­gi­sche Belas­tungs­gren­zen und nach­hal­ti­ge Durch­füh­rung zusam­men­den­ken. 

Ein zen­tra­ler Bestand­teil des Kick-Offs waren die anschlie­ßen­den Brea­kout-Ses­si­ons. In sechs Grup­pen dis­ku­tier­ten die Teil­neh­men­den kon­kre­te Her­aus­for­de­run­gen und Bedar­fe aus ihrer Pra­xis. Beson­ders deut­lich wur­den zum Bei­spiel:

Es braucht Hit­ze­kon­zep­te als Stan­dard. Schat­ten­plät­ze, Trink­was­ser­an­ge­bo­te, Rück­zugs­or­te und Schutz­kon­zep­te für Teil­neh­men­de, Mit­ar­bei­ten­de und Mit­wir­ken­de müs­sen bei Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum künf­tig selbst­ver­ständ­lich mit­ge­dacht wer­den – nicht erst im Aus­nah­me­fall.

Zwei­tens wur­de der Wunsch nach kon­se­quen­ter Müll­ver­mei­dung und Wie­der­ver­wen­dung for­mu­liert. Dazu gehö­ren Mehr­weg­sys­te­me eben­so wie der bewuss­te­re Umgang mit Mes­se- und Wer­be­ma­te­ria­li­en, die Ver­mei­dung kurz­le­bi­ger Goo­dies und die stär­ke­re Wie­der­ver­wer­tung vor­han­de­ner Aus­stat­tung.

Eben­so zeig­te sich ein gro­ßer Bedarf an einem gemein­sa­men Wis­sens­fun­dus. Vie­le Her­aus­for­de­run­gen ent­ste­hen nicht aus feh­len­dem Wil­len, son­dern aus feh­len­der Koor­di­na­ti­on, unkla­ren Zustän­dig­kei­ten oder Wis­sens­lü­cken zwi­schen Ver­an­stal­ten­den, Ver­wal­tung, Dienstleister:innen und wei­te­ren Betei­lig­ten. Wis­sens­trans­fer, Sen­si­bi­li­sie­rung und ein bes­se­res Clus­ter-Ver­ständ­nis wur­den daher als zen­tra­le Vor­aus­set­zun­gen für mehr Hand­lungs­si­cher­heit benannt.

Das Kick-off-Event hat gezeigt: Nach­hal­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum sind kei­ne rein tech­ni­sche oder orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­ga­be. Sie berüh­ren Fra­gen von Stadt­ent­wick­lung, Gemein­wohl, Kli­ma­an­pas­sung, Res­sour­cen­schutz, Teil­ha­be und Ver­wal­tungs­pra­xis. Umso wich­ti­ger ist ein kon­ti­nu­ier­li­cher Aus­tausch zwi­schen den unter­schied­li­chen Akteur:innen, die an Pla­nung, Geneh­mi­gung und Umset­zung betei­ligt sind.

Der begon­ne­ne Pro­zess wird fort­ge­führt: Im Okto­ber 2026 ist eine Prä­senz­ver­an­stal­tung in Regens­burg geplant. Die­se knüpft an die Ergeb­nis­se des digi­ta­len Auf­takts an und wird erneut in Koope­ra­ti­on und zusäzt­lich mit dem Akti­ons­netz­werk Nach­hal­tig­keit statt­fin­den. Ziel ist es, die iden­ti­fi­zier­ten Bedar­fe wei­ter zu ver­tie­fen, Pra­xis­wis­sen zu bün­deln und gemein­sam an trag­fä­hi­gen Lösun­gen für nach­hal­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum zu arbei­ten.

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