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Offene Sprechstunde: Künstliche Intelligenz zwischen Aufbruch und Verantwortung

3. März 2026

Am 25. Febru­ar 2026 fand unse­re Offe­ne Sprech­stun­de zum The­ma Künst­li­che Intel­li­genz digi­tal via Zoom statt. 80 Per­so­nen hat­ten sich ange­mel­det, dar­un­ter zahl­rei­che Akteur:innen aus Kunst und Kul­tur sowie der Krea­tiv- und Medi­en­bran­che. Mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Lisa-Sophie Kin­ne aus dem Team der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le.

Zu Gast waren Linn­ja Nau­joks-Auf­fen­berg (Lei­tung) und Kat­ja Mül­ler (Data Sci­en­tis­tin und Agi­le Coa­chin) aus dem Refe­rat Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung am Nie­der­säch­si­schen Staats­thea­ter Han­no­ver. Sie gaben pra­xis­na­he Ein­bli­cke in die Ent­wick­lung und Ein­füh­rung einer KI-Leit­li­nie am Thea­ter sowie Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten in einem Fun­dus­pro­jekt.

Zwischen Effizienzgewinn und Ressourcenverbrauch

Die Dis­kus­si­on war von gro­ßer Neu­gier geprägt – und von sehr kon­kre­ten Fra­gen:
Wie lässt sich KI im büro­kra­ti­schen und betriebs­wirt­schaft­li­chen All­tag sinn­voll ein­set­zen, um mehr Raum für künst­le­ri­sche Arbeit zu schaf­fen? Wel­che recht­li­chen Her­aus­for­de­run­gen sind zu beach­ten? Wird eine KI-Richt­li­nie ver­bind­lich für alle Mit­ar­bei­ten­den ein­ge­führt? Und wie lässt sich der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck von KI, etwa in Bezug auf CO₂-Emis­sio­nen, Was­ser- und Ener­gie­ver­brauch, rea­lis­tisch bewer­ten?

Deut­lich wur­de: Die Mobi­li­sie­rungs­po­ten­zia­le von KI ste­hen in einem Span­nungs­feld mit ihrem hohen Res­sour­cen­ver­brauch. Ein prä­gnan­ter Satz aus der Dis­kus­si­on lau­te­te: „Stand jetzt gibt es kei­ne nach­hal­ti­ge KI.“ Ange­sichts des stei­gen­den Bedarfs an Strom, Spei­cher, Flä­che und Was­ser ist ihr Ein­satz der­zeit kaum mit öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keit ver­ein­bar.

Gleich­zei­tig wur­de deut­lich, dass KI-Tools wie Chat­bots infor­mell längst genutzt wer­den, häu­fig ohne kla­re Regeln oder Sen­si­bi­li­sie­rung. Feh­len­des Wis­sen und man­geln­de Kom­pe­ten­zen im ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit KI wur­den als zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen benannt.

Praxisbeispiel Hannover: Leitlinie in acht Bausteinen

Das Nie­der­säch­si­sche Staats­thea­ter Han­no­ver stell­te sei­nen struk­tu­rier­ten Ansatz vor: Die Ent­wick­lung der KI-Leit­li­nie erfolg­te in acht Bau­stei­nen, begin­nend mit einer kla­ren Defi­ni­ti­on von KI (und ihrer Abgren­zung zu Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung), über Ziel­set­zun­gen bis hin zu einem kon­kre­ten Ein­füh­rungs­plan.

Beson­ders wich­tig war die stake­hol­der­über­grei­fen­de Ent­wick­lung: Von der Lei­tung über Daten­schutz­be­auf­trag­te bis zu Füh­rungs­kräf­ten waren ver­schie­de­ne Ebe­nen ein­ge­bun­den. Ergeb­nis ist unter ande­rem eine inter­ne Platt­form mit lizen­zier­ten und frei­ge­ge­be­nen KI-Tools für Mit­ar­bei­ten­de.

Als prag­ma­ti­sche Ori­en­tie­rung wur­den fünf Schrit­te für den Ein­stieg in KI im Arbeits­kon­text for­mu­liert:

  1. Pro­blem defi­nie­ren
  2. Werk­zeug aus­wäh­len
  3. Expe­ri­men­tie­ren
  4. Feed­back ein­ho­len
  5. (Falls sinn­voll) ska­lie­ren

Gesprächsbedarf bleibt

Die Sprech­stun­de mach­te deut­lich: Der Bedarf an Aus­tausch ist groß. Vie­le Teil­neh­men­de äußer­ten den Wunsch nach einem Fol­low-up. Bis zum Green Cul­tu­re Fes­ti­val wird es zwar kei­ne wei­te­re Sprech­stun­de geben, das The­ma wird uns jedoch wei­ter beglei­ten und Raum fin­den.

Weiterführende Impulse:

„Intel­li­gen­te Kul­tur“ bei kul­tur-kli­ma
Sym­po­si­um zu KI im Kul­tur­mar­ke­ting (20.–21. April, Kunst­hal­le Bre­men)

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