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CO₂-Kulturstandard 1.1: Webinar gibt Einblicke in neue Version und Praxis der Klimabilanzierung

2. April 2026

Am 17. März 2026 fand das Web­i­nar zum aktua­li­sier­ten CO₂-Kul­tur­stan­dard 1.1 und dem dazu­ge­hö­ri­gen Kul­tur­rech­ner statt. Zahl­rei­che Teil­neh­men­de aus dem Kul­tur­be­reich nutz­ten die Gele­gen­heit, sich über die Wei­ter­ent­wick­lun­gen des Stan­dards zu infor­mie­ren und Erfah­run­gen aus der Pra­xis zu tei­len.

Version 1.1 ist der weiterentwickelte Branchenstandard

Die Begrü­ßung über­nahm Arne Braun, Staats­se­kre­tär im Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, For­schung und Kunst Baden-Würt­tem­berg, der auf die wach­sen­de Bedeu­tung der Kli­ma­bi­lan­zie­rung im Kul­tur­be­reich ver­wies. Bereits 350 Ein­rich­tun­gen bun­des­weit haben den Stan­dard im Jahr 2024 ange­wandt. Zudem hat ein Groß­teil der Kul­tur­ein­rich­tun­gen in Baden-Würt­tem­berg bereits Kli­ma­bi­lan­zen erstellt.

Inhalt­lich stell­te Jacob Bila­bel, Lei­ter der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le, die Ziel­set­zung des CO₂-Kul­tur­stan­dards vor: ein Instru­ment zu schaf­fen, das die Bilan­zie­rung so ein­fach und prak­ti­ka­bel wie mög­lich macht und gleich­zei­tig einen ein­heit­li­chen Rah­men für den Kul­tur­be­reich bie­tet. Ein sol­cher Stan­dard ist ent­schei­dend, um Ver­gleich­bar­keit her­zu­stel­len und den Aus­tausch zwi­schen Insti­tu­tio­nen zu ermög­li­chen.

Denn in der Pra­xis zeigt sich häu­fig, dass Bilan­zen nur ein­ge­schränkt ver­gleich­bar sind, etwa durch unter­schied­li­che Metho­den oder die Fra­ge, wel­che Emis­si­ons­quel­len berück­sich­tigt wer­den. Ein Bei­spiel ist die Anrei­se von Besu­che­rin­nen und Besu­chern, die im Kul­tur­be­reich eine beson­de­re Rol­le spielt.

Der CO₂-Kul­tur­stan­dard setzt hier an und bie­tet eine ver­läss­li­che Grund­la­ge, unter ande­rem durch die Nut­zung deutschland­spezifischer Emis­si­ons­fak­to­ren, die jähr­lich aktua­li­siert wer­den. Auch Ver­än­de­run­gen wie der stei­gen­de Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien im Strom­mix wer­den so direkt sicht­bar.

Wie Tes­sa Katz­mei­er, Refe­ren­tin Green Cul­tu­re MWK BW, erläu­ter­te, wur­de mit Ver­si­on 1.1 der Stan­dard gezielt wei­ter­ent­wi­ckelt. Neue Emis­si­ons­quel­len wur­den inte­griert, gleich­zei­tig bleibt der Anspruch bestehen, ein prak­ti­ka­bles und anwend­ba­res Werk­zeug für Kul­tur­ein­rich­tun­gen zu bie­ten. Ergän­zend ermög­licht das For­mat KBK+ die Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Ver­bräu­che, auch wenn die­se nicht immer ein­deu­tig in Emis­sio­nen umge­rech­net wer­den kön­nen.

CO₂ ist nicht alles

Dabei wur­de im Web­i­nar auch deut­lich: CO₂ ist nicht alles. Ent­schei­dend ist die Reduk­ti­on der gesam­ten Umwelt­wir­kung. Kli­ma­bi­lan­zen sol­len nicht nur Emis­sio­nen erfas­sen, son­dern kon­kre­te Ver­än­de­run­gen ermög­li­chen, sowohl öko­lo­gisch als auch wirt­schaft­lich.

Die Wei­ter­ent­wick­lung des Stan­dards basiert auf Rück­mel­dun­gen aus der Pra­xis. Eine Umfra­ge unter Kul­tur­ein­rich­tun­gen wur­de aus­ge­wer­tet und gemein­sam mit Kli­mAk­tiv in die neue Ver­si­on über­führt.

In der anschlie­ßen­den Fra­ge­run­de wur­de deut­lich, wie wich­tig der Aus­tausch inner­halb der Com­mu­ni­ty ist. Ziel ist es, eine leben­di­ge Com­mu­ni­ty of Prac­ti­ce zu stär­ken, in der sich Kul­tur­ak­teu­rin­nen und ‑akteu­re gegen­sei­tig unter­stüt­zen.

Ein zentrales Fazit des Webinars war einmal mehr: Transformation ist Teamarbeit.

Bis zum 31. August 2026 kön­nen die Bera­tungs­an­ge­bo­te der Green Cul­tu­re Anlauf­stel­le rund um den CO₂-Kul­tur­stan­dard sowie wei­te­re Kern­the­men der betriebs­öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on kos­ten­frei genutzt wer­den.

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