Am 17. März 2026 fand das Webinar zum aktualisierten CO₂-Kulturstandard 1.1 und dem dazugehörigen Kulturrechner statt. Zahlreiche Teilnehmende aus dem Kulturbereich nutzten die Gelegenheit, sich über die Weiterentwicklungen des Standards zu informieren und Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.
Version 1.1 ist der weiterentwickelte Branchenstandard
Die Begrüßung übernahm Arne Braun, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der auf die wachsende Bedeutung der Klimabilanzierung im Kulturbereich verwies. Bereits 350 Einrichtungen bundesweit haben den Standard im Jahr 2024 angewandt. Zudem hat ein Großteil der Kultureinrichtungen in Baden-Württemberg bereits Klimabilanzen erstellt.
Inhaltlich stellte Jacob Bilabel, Leiter der Green Culture Anlaufstelle, die Zielsetzung des CO₂-Kulturstandards vor: ein Instrument zu schaffen, das die Bilanzierung so einfach und praktikabel wie möglich macht und gleichzeitig einen einheitlichen Rahmen für den Kulturbereich bietet. Ein solcher Standard ist entscheidend, um Vergleichbarkeit herzustellen und den Austausch zwischen Institutionen zu ermöglichen.
Denn in der Praxis zeigt sich häufig, dass Bilanzen nur eingeschränkt vergleichbar sind, etwa durch unterschiedliche Methoden oder die Frage, welche Emissionsquellen berücksichtigt werden. Ein Beispiel ist die Anreise von Besucherinnen und Besuchern, die im Kulturbereich eine besondere Rolle spielt.
Der CO₂-Kulturstandard setzt hier an und bietet eine verlässliche Grundlage, unter anderem durch die Nutzung deutschlandspezifischer Emissionsfaktoren, die jährlich aktualisiert werden. Auch Veränderungen wie der steigende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix werden so direkt sichtbar.
Wie Tessa Katzmeier, Referentin Green Culture MWK BW, erläuterte, wurde mit Version 1.1 der Standard gezielt weiterentwickelt. Neue Emissionsquellen wurden integriert, gleichzeitig bleibt der Anspruch bestehen, ein praktikables und anwendbares Werkzeug für Kultureinrichtungen zu bieten. Ergänzend ermöglicht das Format KBK+ die Berücksichtigung weiterer Verbräuche, auch wenn diese nicht immer eindeutig in Emissionen umgerechnet werden können.
CO₂ ist nicht alles
Dabei wurde im Webinar auch deutlich: CO₂ ist nicht alles. Entscheidend ist die Reduktion der gesamten Umweltwirkung. Klimabilanzen sollen nicht nur Emissionen erfassen, sondern konkrete Veränderungen ermöglichen, sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.
Die Weiterentwicklung des Standards basiert auf Rückmeldungen aus der Praxis. Eine Umfrage unter Kultureinrichtungen wurde ausgewertet und gemeinsam mit KlimAktiv in die neue Version überführt.
In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, wie wichtig der Austausch innerhalb der Community ist. Ziel ist es, eine lebendige Community of Practice zu stärken, in der sich Kulturakteurinnen und ‑akteure gegenseitig unterstützen.
Ein zentrales Fazit des Webinars war einmal mehr: Transformation ist Teamarbeit.
Bis zum 31. August 2026 können die Beratungsangebote der Green Culture Anlaufstelle rund um den CO₂-Kulturstandard sowie weitere Kernthemen der betriebsökologischen Transformation kostenfrei genutzt werden.
👉 Den Mitschnitt des Webinars können Sie in Kürze hier ansehen
