Darf ein ausrangiertes Bühnenbild weitergegeben werden? Was ist bei der Weitergabe von Materialien zu beachten? Und welche Rolle spielt das Urheberrecht? Diese und weitere praxisnahe Fragen standen im Mittelpunkt der offenen Online-Sprechstunde der Green Culture Anlaufstelle am 12. November 2025.
Das große Interesse am Thema zeigte sich deutlich: Über 100 Teilnehmer:innen verfolgten die Veranstaltung, mehr als 50 Fragen gingen im Vorfeld ein. Ein klares Zeichen dafür, dass der Umgang mit nicht mehr genutzten Materialien in Kulturinstitutionen aktuell intensiv diskutiert wird.
Erst kürzlich erschien dazu ein wichtiges Praxistool, das im Zentrum der offenen Sprechstunde stand: eine umfassende rechtliche Checkliste, die das Referat für Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit städtischen Kultureinrichtungen, Fachämtern und der Kanzlei Unverzagt entwickelt hat.
Einblick in die rechtliche Checkliste zur kostenfreien Materialweitergabe
Als Expert:innen durften wir Dr. Andrea Hensel (Referat Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig) und Dr. Philipp Schiffmann (Unverzagt Rechtsanwälte) begrüßen. Nach einer kurzen Einführung in die Genese der Checkliste als erste Orientierungshilfe und deren Verortung im Kontext der Leipziger Nachhaltigkeitsaktivitäten durch Frau Hensel führte Herr Schiffmann Schritt für Schritt durch die rechtliche Checkliste. Die zahlreichen Vorab-Fragen der Teilnehmenden flossen dabei direkt in die Vorstellung ein. Wie gehen wir mit Haftungsfragen und Urheberrecht um? Wie gewährleiste ich eine Weitergabe, die im Einklang mit den für uns geltenden Förderrichtlinien steht? Und wie lässt sich eine Materialweitergabe vertraglich absichern? Diese und weitere Fragen konnten im Rahmen des Formats behandelt werden. Eine Kernerkenntnis: Transparente Kommunikation über Materialien, eventuelle Mängel und offene Fragen ist zentral.
Wir halten fest:
Die rechtlichen Fragen rund um die kostenfreie Materialweitergabe sind komplex und teilweise Neuland. Die Checkliste bietet jedoch eine praktikable erste Entscheidungshilfe und liefert konkrete Antworten zu haushaltsrechtlichen, förderrechtlichen und urheberrechtlichen Fragen. Im Austausch wurde deutlich: Die meisten Hürden lassen sich durch gezielte Maßnahmen und eine transparente Kommunikation überwinden, und erste Schritte können schnell und effektiv gemacht werden.
Wir bedanken uns bei unseren Expert:innen und allen Teilnehmenden für eine kompakt informative Sprechstunde.
Der Andrang aufs Thema war so groß, dass wir am 14. Januar 2026 eine anknüpfende Sprechstunde zum Thema planen. Bleiben Sie auf dem Laufenden und merken sich den Termin schon heute vor. Mehr erfahren Sie in unserem Newsletter.
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